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Im Mai 1971 geboren galt mein Musikinteresse wohl eher dem Kling-Klang meiner Spielzeuguhr als den durch die Kinderzimmertür schallenden Tönen von Pink Floyd, Beatles und Stones meiner Eltern.

"Erst" im Alter von zehn Jahren wandelte sich mein Interesse von Hörspielen zu den krachenden Klängen der Punk-Musik meines Bruders Timm. Mit zwölf hörte ich dann allen erzieherischen Plänen meiner Eltern und Lehrern zum Trotze, The Cure, Siouxsie, Joy Divison & Co.

Dies hielt recht lange an.

1986 gab ich nach diversen Privatpartys und Zeldlagerdiscos mein Debüt im "Make Up", einem damals wohl zu den verrufensten Clubs Aachens gehörenden Ausgehmöglichkeiten. Dort waren es die Klänge der "dunklen" Szene gemischt mit dem mir schon so vertrauen Punk-Rock in allen seinen Fassetten.

Anfang der 90er lockte mich eine Freundin nach Lier in Belgien. Unter der Prämisse mal etwas Anderes zu erleben kam ich mit, und fand mich sobald im La Rocca wieder. Der Club hatte eine für mich so noch nie erlebte Show. Bei bestem Klang und sich durch den gesamten Abend brennenden Lasereffekten war ich angefixt von dem sich gerade verbreitenden Techno. So zog es mich Woche für Woche nach Belgien. Club´s und Großdiskotheken wie das Illusion, das Globe und das Cherry Moon. House& Acid, standen nun auf der Speisekarte meiner Ohren.

1994 wollte ich diese "Techniktricks an den Technics" auch erlernen. Musik nahtlos eingetakten und so das Feiervolk dazu zu bringen, nicht mehr von der Tanzfläche weg zu kommen. Ich kaufte mir zwei MK1200 Plattenspieler samt Mischpult und drehte Nacht für Nacht in meiner Wohnung eine Scheibe nach der Anderen. Dann beschloss ich gut genug für die Öffentlichkeit zu sein und ein paar After Hour im Ritz (heute Nightlife) später war ich bereit in Belgien zu drehen.

Nach einer gewissen Zeit leidete mein eigentlicher Job, der des Fachpflegers sehr. Ich konnte nicht drei Nächte in der Woche in Belgien auflegen und noch "nett" zu Patienten sein. So verminderte ich meinen Einsatz in den Clubs und feierte lieber an meinen freien Wochenenden dort.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends fragte mich Pommes (Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.perplaix.com), ob ich ihm auf der einen oder anderen 80er Party ein paar Scheiben auf den Teller legen könne. Ich machte das natürlich gerne. Einfach aus der Erinnerung an alte Zeiten heraus. Nach ein paar solcher Partys, damals im Black & White, merkten wir schnell, daß sich sehr viele Veranstalter diese Idee zu Nutze machten und beschlossen uns zu spezialisieren. Die Zeit im MuBu brach an.

So wurde 2004 ein schönes Jahr um wieder süchtig nach der Musik zu werden, die mir immer schon in den Gliedern lag. "Dark Side Of The 80s" nannte sie Pommes und traf damit den Nagel auf den Kopf. Später ersetze mich DJ Zöller, der derselben Zeit und denselben Läden entsprang. Er war nur zeitweilig in Bochum im Zwischenfall tätig.

Mit Beginn des Jahres 2006 verkündete mir Pommes, daß er sich das Make Up gemietet hat und fragte mich erneut, ob ich Lust hätte mich wieder zurück in die Vergangenheit zu drehen. So hatte ich einen neuen Job in alter Atmosphäre. Es gab vier Partys bis der Hausbesitzer von der enormen Zahl der Besucher geschockt die Segel strich und nicht mehr mitspielen wollte.

Jetzt steh ich wieder im Musikbunker Aachen und fühle mich nicht einmal zurück geschmissen. Also alle paar Monate mal im MuBu Ac !!!

Bis dann, Jan